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Abgasalarm in Nürnberg: Gesundheit muss Vorrang haben!

Auf vielen Straßen in Nürnberg liegt die Konzentration von Stickoxiden zu hoch. Sie stellt damit ein flächendeckendes Problem dar.

Das lassen die Messungen erwarten, die der Verkehrsclub Deutschland VCD, das Bündnis Radfairkehr und das Nürnberger Energiewendebündnis durchgeführt haben (interaktive Karte auf: www.vcd-bayern.de/nuernberg/NO2).

So wurden Grenzwertüberschreitungen an der Rothenburger Str./Knauerstr. und am Dianaplatzregistriert. Diese Gifte werden zum Großteil durch Diesel-Pkw verursacht. Anwohner, Passanten und Verkehrsteilnehmer sind damit hohen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt.Zum Schutz der Bevölkerung müssen möglicherweise kurzfristig Fahrverbote verhängt werden.

Die Stadt hat bisher kein geeignetes Maßnahmenprogramm vorzuweisen. Berthold Söder, Sprecher des VCD Nürnberg beklagt: „Nach dem Motto, ‚dass nicht sein kann, was nicht sein darf‘, haben die Verantwortlichen in Nürnberg davor stets die Augen verschlossen.“Harald Oelschlegel vom Energiewendebündnis kritisiert: „Der Fokus der Diskussion liegt bislang auf der unbedingten Vermeidung von Fahrverboten – der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung muss aber endlich Vorrang erhalten!“

Kurzfristige Verbesserungen könnten Umweltzonen, Geschwindigkeitsreduzierung oder Durchfahrtsverbote auf bestimmten Strecken bringen. Nichts davon ist vorbereitet. Ein Konzept zur Aufrechterhaltung der Mobilität bei Fahrverboten ist nicht erkennbar. An Tagen mitbesonders schlechter Luft müssen etwa die Fahrten des ÖPNV ausgeweitet und weitere Anreize zum Umstieg gegeben werden.

Über diese Notfall-Maßnahmen hinaus hat der VCD eine Reihe überfälliger Schritte zur Einleitung der Verkehrswende identifiziert. „Insbesondere muss die Stadt sich endlich vom Ausbau des Frankenschnellwegs verabschieden. Dieser würde nicht nur noch mehr Autoverkehr in die Stadt holen, sondern auch die Finanzmittel für den Ausbau von Alternativen entziehen“, verdeutlicht Peter Mühlenbrock vom Bündnis Radfairkehr. Der Vorsitzende des VCD Bayern, Bernd Sluka, verweist auf ähnliche Messergebnisse in anderen bayerischen Städten und appelliert eindringlich an alle politisch Verantwortlichen: „Es gibt kein Grundrecht auf automobile Fortbewegung, wohl aber ein Recht auf gesunde Luft zum Atmen.“

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