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Der Egidienplatz lebt. Auf! - Aktionen am PARKing Day 2018 machen Lust auf mehr

Nürnberger Initiativen haben bewiesen, wie schön der Egidienplatz sein kann, wenn er nicht mit Autos zugestellt wird. Trotz Einschränkungen durch die aktuellen Baustellen gab es ein buntes Programm, bei dem ganz im Sinne des PARKing Day öde Parkplätze in lebendige kleine PARKs verwandelt wurden.

Das von der Critical Mass bekannte Soundbike gehörte ebenso dazu, wie Yoga, Massagen und ein Spontanauftritt von Yogo Pausch. Zu sehen gab es unter anderem die Entwürfe von Studierenden der TH Nürnberg, wie der Platz neu gestaltet werden könnte. Weitere Hintergründe erfuhren Interessierte auf Kurzführungen vom Verein Geschichte Für Alle.

Pfarrer Thomas Zeitler von der Egidienkirche unterstreicht: „Wir haben großes Interesse daran, dass der Platz nicht nur am PARKing Day als Begegnungsraum funktioniert.“ Nicht zuletzt der knapper werdende Wohnraum führt dazu, dass öffentliche Räume als Treffpunkt und „zweites Wohnzimmer“ immer wichtiger werden.

Ein Publikumsmagnet war die Riesenmurmelbahn „Mumba“, die Groß und Klein in ihren Bann zog. „Warum nicht auch ein spielerisches Element in die Platzgestaltung einfließen lassen?“ fragt sich Lisa Hrubesch vom Deutschen Spielearchiv Nürnberg, das sich im Pellerhaus befindet.

Die Frage: „Sollen künftig Aufenthaltsräume oder Abstellplätze für Autos das Stadtbild prägen?“ wurde auch von der Initiative Baulust aufgeworfen. Den enormen Flächenbedarf von PKW verdeutlichten die Aktiven durch den Bau von „Gehzeugen“ – Holzrahmen, die den Ausmaßen eines PKW entsprechen. Diese Rahmen, von einzelnen Fußgängern getragen, lösten so manches „Aha-Erlebnis“ aus.

Bernd Baudler vom Verkehrsclub Deutschland erläutert: „Der Parkraum hat starken Einfluss auf die Verkehrsmittelwahl: Wer nicht erwarten kann, einen –möglichst noch kostenlosen – Stellplatz direkt am Zielort zu finden, denkt eher über Alternativen zur Autofahrt nach.“ Bärbel Sturm vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub ergänzt: „Und mit den gewonnenen Flächen können diese Alternativen auch viel attraktiver, sicherer und vergnüglicher gestaltet werden – wie auf dem Egidienplatz bewiesen wurde.“

Gehzeuge erobern den Egidienberg

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