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Kein Zurückrudern beim 365-€-Ticket!

Der Nürnberger Stadtrat hat – in Reaktion auf ein erfolgreiches Bürgerbegehren – einstimmig die Einführung der günstigen Jahreskarte für alle und ohne Ausschlusszeiten bis zum Jahr 2023 beschlossen. In einem neuen Gutachten des VGN wird nun die Wirkung eines solchen Angebots in Frage gestellt.

Christoph Wallnöfer, Vorsitzender des VCD im Großraum, warnt: „Nachdem gerade erst die Mittel für die Umsetzung des Mobilitätspakts zusammengestrichen wurden, droht nun der nächste Wortbruch! Wir brauchen diese Instrumente, um endlich die Mobilitätswende voranzubringen. Es ist ein Unding, wenn die Stadt meint, sich an gegebene Zusagen nicht mehr halten zu müssen.“

Auch wenn damit nicht alle Probleme über Nacht gelöst werden: Die Einführung der Jahreskarte „nur“ im Stadtgebiet ist ein wichtiges Signal und wird viele Nürnberger (wieder) für den ÖPNV gewinnen können. Das steht der Stadt mit den zweithöchsten Ticketpreisen in Deutschland gut an, hier mutig voranzugehen.

Mit der Einführung des Stadttarifs (Zone „A“) hat sich Nürnberg ohnehin schon teilweise aus der Tariflogik des Verkehrsverbunds gelöst. Der Vorteil ist, dass es nun allein beim Stadtrat liegt, eine Entscheidung zum Wohl der Stadtbevölkerung zu treffen. Ein günstiges ÖPNV-Angebot und eine effektive Parkraumbewirtschaftung sind zwei Seiten derselben Medaille. Damit kann der enorme Parkdruck, der in vielen Vierteln herrscht, bekämpft und öffentlicher Raum für den Ausbau alternativer Mobilität und für alle Menschen zurückgewonnen werden.

Der Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes wird regelmäßig vom VCD gefordert und darf nicht weiter verschleppt werden. „Es ist aber mehr als scheinheilig, die Untätigkeit dort nun als Argument heranzuziehen, dass es jetzt keine günstigen Fahrpreise geben kann“, so Wallnöfer. Der VCD-Vorsitzende erinnert daran, dass von den Projekten des Nahverkehrsentwicklungsplans in den letzten zehn Jahren kein einziges angegangen wurde. Die mit überragendem Nutzen bewertete Straßenbahn in der Sebalder Altstadt hätte sich in diesem Zeitraum bereits fast amortisiert – über sie darf in Nürnberg aber derzeit nicht einmal laut nachgedacht werden.

Christoph Wallnöfer

VCD KV Nürnberg

Hier ein Pressebericht dazu:

https://www.nordbayern.de/365-euro-ticket-verkehrsclub-warnt-vor-wortbruch-1.11523617

Hier das VGN-Gutachten:

https://www.vgn.de/neuigkeiten/365-euro-ticket-fuer-alle

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