Bayern

Mindestabstand auch beim Überholen von Fahrrädern

Der VCD organisierte die erste Poolnudelfahrt in diesem Jahr

Am letzten Freitag im Monat trafen sich auch in Landshut immer wieder aktive Radlerinnen und Radler zur „Critical Mass“, einer Fahrradtour unter dem Motto "auch wir sind Verkehr". Ab 16 Leuten kann auch nebeneinander im Verbund gefahren sowie gemeinsam eine Ampelphase genutzt werden. Seit der ersten Aktion Ende September 1992 in San Francisco treffen sich Radfahrer weltweit mehr oder weniger regelmäßig zu gemeinsamen Fahrten durch die Städte. Der Begriff „Critical Mass“ stammt aus dem Dokumentarfilm Return of the Scorcher (1992) von Ted White. Dieser erzählt von der bike culture in China und den Niederlanden im Vergleich zu jener in den USA. Im Film beobachtete George Bliss das Verhalten von motorisierten Zweirad- und Fahrradfahrern in China, die Kreuzungen ohne Ampeln problemlos zu überqueren verstanden. Der Verkehr staut sich so lange an diesen Kreuzungen, bis er eine kritische Masse erreicht hat, an der er sich über die Kreuzung drängt und so den sich kreuzenden Verkehr zum Anhalten zwingt.

Coronabedingt ist so eine Aktion derzeit leider nicht möglich. Aber Ende Juni konnte der VCD nun zumindest zu „kontaktlosem Sport“ einladen, einer Fahrradtour mit Poolnudeln, die den Sicherheitsabstand für überholende Autos sichtbar macht. So wurde doppelt deutlich, wie der neue Mindestabstand tatsächlich in der Praxis aussieht.

Die knapp 20 Teilnehmer radelten durch Industriegebiet und Wolfgangsiedlung, Löschenbrand und Landshut-West. Neben eigens angelegten Radwegen und einzelnen Angebotsstreifen fuhr die Kolonne auch längere Abschnitte als Verkehrsteilnehmer direkt auf der Straße. Das Fahren mit einer Poolnudel kann hier zusätzliche Sicherheit vermitteln. Die gute Idee dabei: das weiche Material kann nichts beschädigen, auch wenn der Abstand eines Autos oder Pfostens weniger als 1,50m beträgt. Auch viele entgegenkommende Autofahrer winkten den immer wieder klingelnden Teilnehmern zu und zeigten ihr Verständnis.

Nach so langer Winter- und Corona-Pause hat diese Fahrt wieder Mut gemacht, hartnäckig zu bleiben. Die überzeugten und engagierten Radler in Landshut wollen der Öffentlichkeit und dem Stadtrat zeigen, dass das Versprechen "Radlstadt Landshut" auch in die Realität umgesetzt werden muss. Landshut braucht mehr Räder statt Autos und Parkplätze, Luft und Raum für alle Menschen, die ihre wunderschöne Stadt genießen möchten.

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