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Nürnberg, Pressemitteilung, Radverkehr, Verkehrsplanung & -politik, Verkehrssicherheit

Offener Brief: Nürnberg braucht mehr nützliche Pop-Up-Radwege statt Symbolpolitik

Es war zu befürchten: Der Pop-Up-Radweg auf der Rothenburger Straße wurde nicht wie vielleicht erwartet genutzt und deshalb wird nun das gesamte Konzept als gescheitert angesehen. Doch das ist zu kurz gesprungen: Vielmehr bedarf es jetzt mutige Entscheidungen unserer Stdträt*innen, für mehr Pop-Up-Spuren, auf den richtigen Strecken.

Von Anfang an von den Menschen gewollt
Im Mai startete der VCD eine Petition für Pop-Up-Bikelanes in Nürnberg, mit großem Erfolg. In kürzester Zeit unterzeichneten sie fast 5000 Menschen. Zudem sind diese kurzfristigen Maßnahmen in anderen Städten, wo sie verbreiteter eingesetzt wurden, durchaus sehr beliebt. So finden beispielsweise in Berlin regelmäßig große Demonstrationen für den Erhalt und Ausbau von Pop-Up-Radwegen statt.

Von Anfang an andere Strecken gefordert
In unserer Petition formulierten wir von Anfang an diejenigen Abschnitte, auf denen eine Bikelane am Nützlichsten und am Dringendsten notwendig wäre. Dies betrifft Straßen mit bereits hohem Radverkehrsaufkommen, die eine empfindliche Lücke im Radwegenetz darstellen oder über unzureichende Radverkehrsanlagen verfügen. Konkret z.B. auf der Bayreuther Straße stadteinwärts, aber auch auf der Fürther Straße, dem Altstadtring, der Maximilianstraße oder am Plärrer.

Falsche Strecke, schlechte Umsetzung
Auch Nürnberg benannte dann den ersten Pop-Up-Radweg, eine Strecke, die bereits zuvor geplant war. Trotz unserer klaren Streckenvorschläge wurde ein Abschnitt der Rothenburger Straße vorgezogen; Weit außerhalb und ohne Anschluss an bestehende Radverbindungen. So bleiben die an die Bikelane anschließenden Lücken und mangelhaften Radwege am Plärrer und an der Rothenburger Straße im Bereich des S-Bahnhofs weiterhin bestehen. An der Kreuzung mit der Von-der-Tann-Straße hört der Radweg stadteinwärts sogar kurz vor der Ampel in einem Gefahrenbereich abrupt auf. Es drängt sich der Eindruck auf, man wollte einfach und schnell auf den fahrenden Zug aufspringen, hat aber das Thema nicht zu Ende gedacht. Schnell wurde geklagt, dass die Spur „ja gar nicht angenommen werde“.

Aktionen zeigen: Es geht auch woanders
Im Juli veranstalteten wir eine Aktion auf der Bayreuther Straße und richteten für eine Stunde einen Pop-Up-Radweg ein. Bereits diese kurze Zeit zeigte eindrucksvoll, dass eine solche Einrichtung auf dort problemlos möglich und unglaublich nützlich ist. Die zufällig vorbeifahrenden Radfahrer*innen freuten sich über den breiten Radweg und das kurzzeitige Wegfallen dieser Gefahrenstelle. Es kam nicht einmal zu merklichen Behinderungen des Autoverkehrs. Auch auf der Fürther Straße zeigte eine Aktion des Radentscheids, wie eine Bikelane dort aussehen könnte.

Die richtigen Konsequenzen ziehen
Auch wenn zu befürchten ist, dass der Versuch der eingerichteten Pop-Up-Bikelane Rothenburger Straße jetzt als gescheitert betrachtet und abgebrochen wird: Trotzdem sollte jetzt nicht das gesamte Konzept verworfen werden. Ein weiterer Versuch entlang der Bayreuther Straße wäre sehr viel erfolgversprechender und sollte durchgeführt werden.

In vielen Städten waren die neuen Pop-Up-Bikelanes ein voller Erfolg. Weshalb sollte Nürnberg nicht ebenfalls in der Lage sein, auf diese Weise echte Verbesserungen für den Radverkehr zu organisieren?
 

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