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Offener Brief: Straßenbahn in der Pirckheimer Straße

Der Nürnberger VCD appelliert an die Mitglieder des Verkehrsausschusses, neben der Reaktivierung der Straßenbahn-Nordspange auch in die Planung der dringend benötigten Altstadtquerung einzusteigen.

 

Sehr geehrte Frau Stadträtin, sehr geehrter Herr Stadtrat,

Der Verkehrsclub Deutschland ist erfreut darüber, dass die Stadt Nürnberg offenbar plant, den Straßenbahnbetrieb in der Pirckheimer Straße wieder aufleben zu lassen. Die Tram-Nordspange soll gemäß Vorlage im Verkehrsausschuss am 6. Mai von der Verwaltung geprüft werden, vor allem im Zusammenhang mit den Zuschüssen für die U3. Schon bei der Stilllegung im Jahr 2011 hat der VCD kritisiert, dass ohne diese Spange die Anbindung Richtung Knoblauchsland und Erlangen erheblich schlechter wird. Es ist widersinnig, die StUB zu bauen und gleichzeitig im Stadtgebiet neue Umsteigezwänge zu schaffen. Auch unsere Befürchtungen, dass die Geschäfte in der Pirckheimer Straße unter der Stilllegung leiden, haben sich bewahrheitet.

Die tangentiale Strecke in der Nordstadt ist eine gute Ergänzung, aber keinesfalls ein Ersatz für die dringend benötige Querung der Sebalder Altstadt. Diese Strecke hat nicht umsonst im Nahverkehrsentwicklungsplan 2012 ein überragendes Nutzen-Kosten-Verhältnis erzielt. Für die VAG würde sich der Betrieb lohnen und ihr Defizit reduzieren. Mit dieser kurzen zentralen Strecke steigt die Attraktivität aller Straßenbahnäste deutlich an. Mittlerweile haben sich die Bedingungen sogar noch verbessert, da auch Abschnitte, die im Straßenraum geführt werden, förderfähig sind.

Im Mobilitätspakt bekennt sich die Stadt zum ÖPNV Netz 2030, in dem die Altstadttram eine zentrale Rolle spielt. Gleichzeitig gibt es noch erhebliche Bedenken und Befürchtungen, was eine Straßenbahn in der Altstadt angeht. Diese müssen ernstgenommen werden, können aber durch eine gut gemachte Planung in vielen Fällen ausgeräumt werden. Im Gegenteil, viele Städte weltweit beweisen, welches enorme Aufwertungspotenzial moderne Straßenbahnen auch für den Stadtraum besitzen.

Es ist daher dringend erforderlich, jetzt in die Planung und Kommunikation für dieses Herzstück des künftigen Straßenbahnnetzes einzusteigen. Der Beschluss im kommenden Verkehrsausschuss sollte daher nicht nur einseitig die Pirckheimer Straße betrachten, sondern beide Querspangen. Allein der dazwischen liegende Burgberg sorgt schon dafür, dass diese auch bei der Erschließungswirkung nicht in Konkurrenz zueinander stehen.

Bitte machen Sie sich mit Ihrer Stimme dafür stark, dass der Prüf- und Planungsauftrag am 6. Mai so breit gefasst wird, dass eine Realisierung des ÖPNV Netzes 2030 angesichts der Vorlaufzeiten zeitlich überhaupt noch möglich ist.

Wir bieten Ihnen gerne an, sich zu diesem Thema mit uns auszutauschen, auch wenn dies derzeit leider nur per Videokonferenz möglich ist.

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