Bayern

Pressemitteilung -Stellungnahme zur BEG-Potenzialanalyse von Dr. Schliephake-

Der VCD Kreisverband Mainfranken-Rhön e.V. leitet Ihnen in Abstimmung mit Dr. Konrad Schliephake folgendes Statement mit der Bitte um zeitnahe Veröffentlichung zu. Die detaillierte Stellungnahme kann dem beigefügten Dokument entnommen werden.

Dr. Konrad Schliephake, Verkehrsgeograph und ehemaliger Akademischer Direktor der Universität Würzburg, hat eine fachliche Stellungnahme zur BEG-Potenzialanalyse für die Steigerwaldbahn vorgelegt. In dieser zeigt er, dass in dem veröffentlichten knappen Text weder die Methodik, noch der Rechenweg noch die verwendeten Parameter erkennbar und nachvollziehbar sind; das macht eine konstruktive Auseinandersetzung mit den Ergebnissen vorerst unmöglich. Er macht deutlich, dass die von der BEG zugrunde gelegten Daten für den Einzugsbereich der Bahn (Abschnitt Schweinfurt-Gerolzhofen: 23.900 Einwohner Menschen im 1500m-Radius der Stationen nach Angaben der BEG) bei realistischer Annahme einer durchschnittlichen ÖPNV-Nutzung wesentlich höhere Zahlen ergeben müssten. Legt man die Studie „Mobilität in Deutschland 2020“ des Bundesverkehrsministeriums zugrunde, die 0,22 bis 0,27 Bewegungen pro Einwohner und Tag mit Bussen und Bahnen im Landkreis Schweinfurt angibt, so ist nicht ersichtlich, wie man zu den von der BEG errechneten niedrigen Potenzialwerten gelangt. Mit diesen Parametern und den Zieladressen für die einzelnen Fahrtmotive (Beruf, Ausbildung, Einkauf/Besorgung, Freizeit/Urlaub) berechnete Schliephake 2016 einen Wert von mindestens 1.630 sog. Reisendenkilometern (Rkm) für den Abschnitt Schweinfurt-Gerolzhofen und 1.230 Rkm für die Gesamtstrecke.

Mit welchem Verfahren nun die BEG nun zu den von ihr vorgelegten um die Hälfte niedrigeren Werten von 838 Rkm (Nordabschnitt) bzw. 563 Rkm (Gesamtstrecke) kommt, bleibt unklar. Zu wichtigen Nachfragegruppen aus Einkauf/Besorgung und Tourismus fehlen in der Veröffentlichung der BEG verwertbare Daten.

Aufgrund fehlender Transparenz hat die an sich nützliche Studie der BEG so den Streit um die Reaktivierung noch verschärft. Schliephake hofft abschließend, dass „die BEG Parameter und Rechenwege ihrer Studie zur Kenntnis bringt, damit in der Region eine offene und faktenorientierte Diskussion über die Zukunft der Steigerwaldbahn geführt werden kann“.

zurück