Bayern

Pressemitteilung zum Abschneiden der Stadt Würzburg beim ADFC-Fahrradklima-Test

Der VCD Mainfranken/Rhön kommentiert das Abschneiden der Stadt Würzburg beim ADFC-Fahrradklima-Test 2020. 
Der VCD gratuliert der Stadt Würzburg zur Auszeichnung in der Kategorie ”Aufholer” bei den Städten zwischen 100.000 und 200.000 Einwohnern. Die Bemühungen der Verwaltung, der Einsatz der Bürgerinnen und Bürger und das persönliche Engagement des Radverkehrsbeauftragten zeigen Wirkung. Die Auszeichnung erhält die Stadt im 
Wesentlichen für Ankündigungen und den vergleichsweise großen Radverkehrsetat. Jetzt kommt es aber darauf an, die geweckten Erwartungen auch zu erfüllen und den 
Grundsatzbeschluss Radverkehr mutig und konsequent umzusetzen. Sicheres Radfahren für Alle“ muss das Ziel sein, d.h. geschützte Radwege und Kreuzungen, die auch von Kindern und wenig geübten Radfahrern gut und gerne befahren werden können. 

“Man sieht, dass in Würzburg erste Fortschritte erkennbar sind, den Radverkehr zu fördern. Von der Note 4,3 im letzten Fahrradklima-Test konnte man sich auf eine 4,1 leicht verbessern. Leider sind wir in Bayern damit noch immer Schlußlicht. Das ist wie wenn man in der Schule in einem Fach auf einer schlechten 4 steht und mit enormer Nachhilfe dann fast auf eine glatte 4 kommt - das ist zwar ein Erfolg aber die Versetzung ist damit noch lange nicht gesichert – insbesondere wenn auch die Noten in den anderen Schulfächern in Sachen nachhaltige Mobilität in diesem Bereich liegen. Wichtig ist es, dieses Lob als Ansporn zu erkennen, dass sich Anstrengungen und Maßnahmen zur Verbesserung der Radinfrastruktur lohnen und gesehen werden.

Es gilt jedoch auch, sich nicht darauf auszuruhen. Denn es ist zu berücksichtigen, dass diese ersten Schritte nicht ohne den öffentlichen Druck, durch Verbände wie den VCD im Bündnis mit  “Verkehrswende jetzt” und insbesondere den Radentscheid entstanden sind.“erklärt die Vorsitzende des VCD Mainfranken/Rhön Lore Koerber-Becker. 
„Es genügt nicht, die Mittel für den Radverkehr nach oben zu setzen. Die Mittel müssen auch – zielgerichtet - eingesetzt werden. Es fehlen noch immer Lösungen für viele kritische Stellen im Stadtverkehr, wie beispielsweise die Löwenbrücke, die Frankfurter Straße und die Fahrradstraßen, bei denen es an Sicherheit für die Radelnden fehlt. Das Defizit im Bereich des Sicherheitsgefühls spiegelt sich auch im Ergebnis des Fahrradklima-Tests wieder - hier schneidet Würzburg so schlecht ab, wie kaum eine andere Stadt.” stellt Vorstandsmitglied Uwe Metzger klar. 

Wenn der Oberbürgermeister betont, dass der Fußverkehr nicht vergessen werden darf, hat er nicht Unrecht. Denn die Konflikte zwischen Radelnden und Zu Fuß Gehenden entstehen vor allem dort, wo eine gute und sichere Infrastruktur fehlt und Rad- und Fußverkehr an den Rand gedrängt werden. Deswegen gilt es auch den MIV zu reduzieren,um nicht Rad Fahrende gegen zu Fuß Gehende auszuspielen. Im Ergebnis sind wir hier ganz einer Meinung mit Herrn Schuchardt. 

“Der Grundsatzbeschluss zum Radverkehr, eine Vielzahl von konstruktiven Vorschlägen zur Verbesserung der Situation von Radfahrenden und Menschen, die zu Fuß unterwegs sind liegen vor. Den Mut und die Entschlossenheit, diese Dinge anzugehen, muss die Stadt selbst aufbringen. Wir stehen mit fachlicher Kompetenz und konstruktiver Mitarbeit gerne weiter zur Seite.“ fasst die Kreisvorsitzende des VCD zusammen.  

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