Bayern

Auto, Klimaschutz, Luftreinhaltung, Pressemitteilung, Verkehrslärm

Saubere Luft statt heißer Reifen am Dutzendteich

Corona-Schutzmaßnahmen, Klimaschutz und Norisring - Das Aktionsbündnis Nürnberg for Future wendet sich entschieden gegen eine eventuelle Sondererlaubnis für das Norisring Rennen 2020

 

Kinder dürfen nicht auf ihre Spielplätze, die Großeltern im Pflegeheim müssen verzweifelt alleine bleiben und man darf noch nicht einmal die nächsten Verwandten besuchen? Niemand weiß, wann diese Einschränkungen gelockert werden können, aber mindestens bis Anfang Mai wird dies so bleiben. Jegliche Veranstaltungen sind untersagt, selbst das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit ist faktisch außer Kraft.

Und in diese Situation will ein Motorsportclub eine Sondererlaubnis für ein Autorennen im Sommer? Ein „Event“, für das große Teams aus dem In- und Ausland einreisen müssten. Auch ohne Zuschauer ergeben allein Fahrer und Monteure die Menschenmenge einer mittleren Großveranstaltung, bei der es garantiert nicht die nötigen Mindestabstände geben kann.

Die im Bündnis Nürnberg for Future organisierten Umwelt- und Klimainitiativen respektieren, dass es zur Eindämmung der Corona-Pandemie Beschränkungen unserer Freiheitsrechte geben muss. Gerade deshalb können wir nicht verstehen, warum eine Ausnahmegenehmigung ausgerechnet für ein Autorennen erteilt werden sollte. Es sollte unstrittig sein, dass unmittelbar und mittelbar auch heute schon durch die für das Klima schädlichen Handlungsweisen jährlich weit mehr Menschen sterben, als dies durch Corona der Fall ist. Dazu gehören auch Autorennen! Frank Braun vom Verein BluePingu: „Der Norisring ist zur Bewältigung der Krise sicher nicht systemrelevant und trägt ganz im Gegenteil mittelbar zum Verlust von Leben bei.“ 

Wenn wir es wirklich ehrlich meinen mit unserer Sorge um das Leben unserer Mitbürger*innen, darf dieses Rennen nicht stattfinden!

Weitere gute Gründe, dass dieses Rennen heuer keinesfalls stattfinden darf: 

  • Das dann abgesperrte Gelände am Dutzendteich wird dringend als Naherholung gebraucht, vor allem, solange weiter entfernt liegende Erholungsgebiete wegen der Mobilitäts­einschränkungen unerreichbar sind. 
  • Viele Familien und Heimbewohner sind auf Ihre Zimmer und Wohnungen angewiesen und könnten nicht ausweichen. Bisher sind viele Nürnberger*innen bewusst am Renn-Wochenende dem Dauerlärm entflohen. Urlaub wird diesen Sommer aber so gut wie nicht möglich sein.
  • Die Schwere eine Corona-Erkrankung und das damit verbundene Todesrisiko, hängt auch mit der Stärke der Luftverschmutzung zusammen. Dies mussten Wissenschaftler*innen anhand der in Bergamo und in den USA gemessenen Werte feststellen. Vor allem NO2 und Feinstaub scheinen einen großen Einfluss zu haben. Und da wollen einige Uneinsichtige nur zum Spaß die Luft mit noch mehr Abgasen und Bremsabrieb „bereichern“?
  • Es wird mit Sicherheit Zaungäste, Hobbyfotograf*innen und sonstige Interessierte geben, die eine ständige Polizeiüberwachung des Geländes notwendig machen. Das Risiko von Versammlungen und die möglichen Polizeimaßnahmen sind unnötig und nicht zielführend in der Corona-Zeit. 

„Der Autoverkehr hat bei uns eine viel zu hohe Bedeutung, er muss dringend reduziert werden“, so Berthold Söder vom Verkehrsclub Deutschland: „‚Autofahren nur zum Spaß‘ ist mit einer aus Umwelt- und Klimagründen dringend notwendigen Verkehrswende unvereinbar.“ Das Bündnis Nürnberg for Future appelliert daher an die Verantwortlichen, auch und gerade angesichts der Corona-Krise die Prioritäten für die Stadtbewohner*innen, für die städtische Umwelt und den Klimaschutz richtig zu setzen.

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