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Auto, Bahn & Bus, Fußverkehr, Luftreinhaltung, Mobilitätsbildung, Pressemitteilung, Radverkehr, Verkehrsplanung & -politik, Verkehrssicherheit

Solidarische Mobilität während der Krise

Derzeit ist vieles anders als gewohnt. Die notwendige Mobilität kann für Viele aber auch in der Corona-Krise ohne Autonutzung sicher und komfortabel funktionieren.

Die Zahl der Radfahrer und Fußgänger steigt derzeit: Viele versuchen nun, Busse und Bahnen zu meiden. Als Alternative für Strecken bis 20 Kilometer entdecken Viele das Fahrrad neu. Kurze Wege werden zu Fuß zurückgelegt. Gleichzeitig ist es ein Bedürfnis der Menschen, ab und zu die eigenen vier Wände zu verlassen. Für viele Sportler sind Laufen und Radfahren nun die einzigen verbliebenen Trainingsmöglichkeiten.

Der Verkehrsclub Deutschland appelliert daher an alle Autofahrer, beim Parken verstärkt Rücksicht auf schwächere Verkehrsteilnehmer zu nehmen. Wenn die Fuß- und Radwege zugeparkt sind, können die erforderlichen Mindestabstände bei Begegnungen nicht eingehalten werden. Erneut zeigt sich, dass viele Wege ohnehin zu schmal geplant wurden.

Das in Nürnberg von Bürgermeister Vogel verfügte Aussetzen von Parkgebühren hält der VCD für ein falsches Signal. Auch wenn derzeit die Umweltbelastung durch den Verkehr deutlich geringer ist, sollte auch die soziale Komponente nicht vernachlässigt werden. Der VCD lehnt daher eine einseitige Förderung für Autofahrer ab: Sichere Mobilität muss für alle gleichermaßen gewährleistet werden.

Positive Beispiele zeigen, dass Alltagsmobilität auch in der Krise jenseits des Autos sicher und komfortabel funktioniert: So können z.B. in Augsburg und im Ruhrgebiet die Leihräder die erste halbe Stunde kostenfrei genutzt werden. In Berlin werden nun weniger genutzte Fahrspuren zu Pop-Up Radspuren umgewidmet, um dem steigenden Radverkehr angemessenen Raum zu bieten. Der alternative Verkehrsclub bedankt sich ausdrücklich bei der VAG und ihren Mitarbeitern, die den Betrieb weiter mit gutem Takt aufrecht erhalten. Damit ist meist ausreichend Platz in den Fahrzeugen.

Mit Blick auf die Zeit nach den Ausgangsbeschränkungen gilt es, die vielfältigen Angebote und kurzen Wege in Stadt und Region so gut wie irgend möglich zu erhalten. Kleine Betriebe, Läden, Gastronomie, aber auch Kulturstätten kämpfen ums Überleben. Jeder sollte prüfen, wie er seinen Teil beitragen kann: Viele Produkte können geliefert werden, Speisen werden zum Mitnehmen angeboten und Gutscheine sorgen schon jetzt für dringend benötigte Einnahmen. Kleinräumiges Wirtschaften trägt auch zur Vermeidung langer Transportwege bei. Der VCD empfiehlt daher: Kaufen Sie jetzt möglichst lokal ein, damit Sie es auch morgen wieder tun können.

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