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Straßenbau, Luftreinhaltung, Pressemitteilung, Verkehrsplanung & -politik

Weiter Dicke Luft in Nürnberg

VCD sieht sich durch Masterplan Luftreinhaltung bestätigt

Bereits auf einer Pressekonferenz am 16.02.2018 hat der Verkehrsclub Deutschland auf den dringenden Handlungsbedarf bei der Stickoxidbelastung hingewiesen. Nun ist offiziell bestätigt, dass die Belastung an anderen Orten im Stadtgebiet noch wesentlich höher ist als an der amtlichen Messstation in der Von-der-Tann-Straße. Dies wurde seinerzeit vom Umweltreferenten der Stadt Nürnberg, Peter Pluschke, aber auch vom Fraktionsvorsitzenden der CSU im Stadtrat, Marcus König, heftig bestritten.

Der VCD hat über das laufende Jahr weiter gemessen und damit seine Ergebnisse stabilisiert. Interessanterweise, so VCD Sprecher Berthold Söder, sind die Messwerte für die Standorte Dianaplatz bzw. Ulmenstraße und Rothenburger Straße weitgehend identisch mit den im Masterplan hochgerechneten Zahlen.

Im Masterplan werden nun Maßnahmenbündel vorgeschlagen, die auch die Umwidmung von Pkw-Fahrspuren umfassen. Damit soll verhindert werden, dass durch Verlagerung auf ÖPNV oder Fahrrad geschaffene Entlastungen von anderen Autofahrern als Schlupflöcher genutzt werden.

Der VCD macht dazu deutlich, dass der geplante kreuzungsfreie Ausbau des Frankenschnellweges – völlig konträr– neue Kapazitäten für den motorisierten Individualverkehr schaffen würde. Es ist offensichtlich und auch Aussage aller vorliegenden Prognosen, dass dies zu einer weiteren Verkehrszunahme führen muss. Eine aktuelle Verkehrsuntersuchung hält die Stadt wohlweißlich noch unter Verschluss.

Dass dieser Ausbau einer Stadtautobahn sogar noch als Maßnahme im Luftreinhalteplan der Stadt Nürnberg enthalten ist, hält Söder für eine unerträgliche Zumutung. Erneut weist er die Stadtoberen darauf hin: „Es gibt es kein Grundrecht auf Automobilität, sehr wohl aber auf saubere Luft.“

In diesem Sinne haben andere Städte schon gehandelt und Erfolge erzielt. In Kopenhagen werden Fahrspuren zu komfortablen Radwegen umgebaut. Die Stadt hat zudem kommuniziert, dass die innerstädtischen Parkplätze jährlich um 2% reduziert werden: Eine langsame, aber stetige Transformation, auf die sich jeder einstellen kann. Wer aber wie Nürnberg nichts unternimmt, um den Kfz-Verkehr zu bändigen, wird irgendwann mit Fahrverboten aufwachen.

„Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt kräftig an und handelt“, schließt Söder mit einem Zitat von Dante Alighieri.

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