Bayern

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PM: Radentscheid für Bayern – wir unterstützen in Fürth und rufen zum Endspurt auf!

An unserem gemeinsamen Infostand am Fr, 21.10.22 von 15-19 Uhr in der Rudolf-Breitscheid-Str. 7, 90762 Fürth, wollen wir alle Interessierten über den Radentscheid Bayern informieren.

Fotos: Grüne Altdorf, VCD Forchheim, VCD Fürth

Umfragen und die über 240.000 Unterschriften, die die Radentscheidbewegung für eine bessere und sichere Radinfrastruktur in 11 bayerischen Städten gesammelt haben, belegen es: Die Menschen in Bayern wollen mehr Radfahren und bessere Bedingungen hierfür. Die Umsetzung der Radentscheide geht vor Ort allerdings kaum voran, weil Geld und Personal fehlen und überholte Richtlinien und Straßenverkehrsgesetze rasche Verbesserungen der Radinfrastruktur verhindern. Zudem ist den Städten und Gemeinden weitestgehend allein überlassen, ob und wie sie den Radverkehr fördern und sie bekommen dabei zu wenig Unterstützung vom Freistaat. Das Ergebnis ist – sofern überhaupt vorhanden – ein Flickenteppich unterschiedlichster und meist nicht ausreichender Radwege. Die Kombination von Rad und ÖPNV wird Radfahrenden in Bayern alles andere als leicht gemacht. All dies will der Radentscheid Bayern mit einem Radgesetz ändern, das die Staatsregierung und Kommunen verpflichtet, umweltfreundliche Mobilität praktisch umzusetzen.

Zu wenig Verbesserungen fürs Rad im Freistaat und in Fürth

Die Staatsregierung hat sich 2017 das Ziel gesetzt, den bayernweiten Radverkehrsanteil bis 2025 von 10 auf 20 Prozent zu verdoppeln. Fürth hat sich zum Ziel gesetzt, den Radverkehrsanteil bis 2032 auf 20 Prozent zu erhöhen. Bis jetzt ist der Radverkehrsanteil aber nur um ca. einen Prozentpunkt auf 11 Prozent gestiegen – das ist alles viel zu wenig, um wirklich den Umstieg in eine Priorisierung alternativer Mobilitätsformen anzugehen. 

Das ist auch kein Wunder: ausreichend breite Radwege, Abstellanlagen und Radmitnahmemöglichkeiten fehlen oder sind häufig so unsicher, dass sie nicht zum Radfahren einladen. Von den versprochenen 2-3 Fahrradstraßen pro Jahr haben wir zum Beispiel hier in Fürth nach 3 Jahren gerade mal 1 Fahrradstraße realisiert.

Breites Bündnis für bayerischen Radentscheid

Getragen wird der Radentscheid Bayern vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Bayern, vom bayerischen Landesverband des VerkehrsClubDeutschland (VCD) und den 11 kommunalen bayerischen Radentscheiden. Im Bündnis wirken der BUND Naturschutz (BN) und fünf bayerische Landesverbände politischer Parteien mit (Bündnis 90/ Die Grünen, SPD, Die Linke, ödp und VOLT).

Ziele für den Radverkehr:

Der für ein Volksbegehren erforderliche Gesetzentwurf des Bündnisses verfolgt u.a. folgende Ziele für eine bessere und sichere Radinfrastruktur:

• Der Radverkehrsanteil am Gesamtverkehr soll bis 2030 bayernweit 25 Prozent betragen.

• Der Sanierungsstau bei der Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur wird behoben und bei allen Baumaßnahmen und Sanierungen wird eine bedarfsgerechte, sichere und möglichst kreuzungsfreie Radverkehrsführung geplant, die auch die Bedürfnisse jenseits des „normalen“ Zweirads berücksichtigt, wie z.B. von Familien mit Lastenrädern oder Kinderanhängern oder von Menschen mit Spezialrädern für körperliche Einschränkungen.

• Das Ziel der „Vision Zero“ (= keine Verkehrstoten mehr) wird ernsthaft verfolgt. Oberste Priorität müssen hierfür die Schwächeren im Verkehr haben – z. B. durch Tempobeschränkungen und klar vom KFZ-Verkehr getrennte Fuß- und Radwegführung.

• Der umweltfreundliche Verkehr wird vorrangig ausgebaut und lässt sich gut kombinieren – auch auf dem Land (Verbesserung der Abstellanlagen, Radinfrastruktur und Radmitnahme).

• Die seit vielen Jahren versprochenen kreuzungsfreien Überland-Radwege (sog. Radschnellverbindungen) müssen endlich Realität werden – nicht nur auf dem Papier.

• Flächenversiegelung für den Verkehr wird sorgfältig abgewogen.

Die Unterschriftensammlung hat bereits begonnen – wir wollen bis Ende Oktober die erforderlichen 25.000 Unterschriften bekommen, um so ein Bürgerbegehren dann in den Rathäusern zu erwirken. 

Wann, wie und wo unterschrieben werden kann ist unter https://radentscheid-bayern.de/mitmachen zu finden.

Auch in Fürth hat sich ein breites Bündnis gegründet, das sogar über das bayernweite Bündnis hinaus geht. Uns unterstützen bei diesem Radentscheid in Fürth folgende Vereine, Initiativen und Parteien: 

ADFC, VCD, Bund Naturschutz, SPD, ödp, Bündnis90/Die Grünen, Die Linke, VOLT, Bluepingu, Families for Future.

In Fürth und Umgebung haben wir folgende Sammelstellen eingerichtet:

Geschäftsstelle Bund Naturschutz (Mohrenstr. 2)

Eine Welt Laden (Gustavstr. 21)

Radesel (Billinganlage 1a)

Ökumenisches Zentrum (Gerhart-Hauptmann-Str. 21)

Kleegrün (Königstr. 44)

SM-Parts (Friedrichstr. 12)

Pfarramt Lukas-Gemeinde Fürth (Oberfürberg Eichenstr. 9)

Zweirad Mlady (Oberasbach, Rothenburger Str. 42)

Radl Kaiser (Oberasbach, Hochstr. 55)

BikeDevilz (Zirndorf, Rudolf-Diesel-Str. 3)

Klemens Heinl (Seukendorf, Kiefernweg 1)

Geschäftsstelle Bund Naturschutz (Cadolzburg, Löffelholzstr. 6)

Marlen Laurien (Ammerndorf, Am Weinberg 1)

Zweirad Klose (Roßtal, Schulstr. 16)

Bärbel Schroeder (Roßtal)

Fahrrad Mlady (Stein, Deutenbacher Str. 25)

Boxenstop (Langenzenn, Würzburger Str. 15)

Obermichelbach (Gartenstr. 9)

Siehe hierzu auch https://radentscheid-bayern.de/mitmachen/sammelstellen

Darüber hinaus gibt es Gelegenheit, bei diversen Veranstaltungen auch zu unterzeichnen.

Wenn wir diese Hürde der bayernweit 25.000 Unterschriften erfolgreich geschafft haben, wird nach Prüfung der Unterschriften im zweiten Schritt in einem Volksbegehren aufgefordert werden, ein weiteres Mal für den Radentscheid zu unterschreiben. Dann aber in den jeweiligen Rathäusern der Städte und Gemeinden. 

Wir freuen uns daher schon jetzt über viele Unterstützer:innen. 

Weitere Informationen unter https://radentscheid-bayern.de/ - dort kann man sich auch für einen Newsletter anmelden. 

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