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Straßenbau, Pressemitteilung, Verkehrsplanung & -politik
Nürnberg

Baubeginn verzögert? - Fehlstart verhindert!

Der Verkehrsclub Deutschland kann das Lamentieren von Bürgermeister Vogel und der Frankenschnellweg-Befürworter nicht nachvollziehen.

„Die angeführten jährlichen Kosten von 15 Mio. € haben ja nicht die Gegner zu verantworten“, erläutert Berthold Söder, Sprecher des VCD Nürnberg: „Die Stadt Nürnberg hat eindeutig ihre Hausaufgaben nicht gemacht.“ Der ökologische Verkehrsclub erinnert daran, dass die klagebedingte Verzögerung des Baubeginns letztlich sogar Geld spart: Wäre das Vorhaben inzwischen begonnen worden, würde heute womöglich eine Baugrube klaffen.

Nur könnte die Stadtautobahn gar nicht wie ursprünglich geplant fertiggestellt werden. Offenbar wurde nämlich ein wesentliches statisches Problem im Bereich der Bahnbrücken übersehen. Welche Folgen unsachgemäße Tunnelbauten zeitigen können, konnte man am Kölner Stadtarchiv und an der Rheintalbahn sehen. Aber auch wenn die Katastrophe ausgeblieben wäre – was die Sicherung von 1,5 km Tiefbaustelle während der Dauer einer Umplanung zusätzlich kostet, dürfte unschwer in Erfahrung zu bringen sein. „Bis heute kann Bürgermeister Vogel der Öffentlichkeit und dem VCD keine Pläne zum tiefergelegten Tunnel vorlegen“, erläutert Söder. Seine Aussage, dass es sich nur um eine zusätzliche und viel praktischere Variante handelt, erscheint in diesem Licht nicht sehr glaubhaft.

Als Alternative zum Ausbau nach dem Muster „autogerechte Stadt“ setzt der VCD darauf, die dringend erforderliche Verkehrswende voranzubringen. Der Verein hat schon vor einiger Zeit ein dynamisches Verkehrsleitsystem vorgeschlagen, das den Transitverkehr bevorzugt um die Stadt herumführt. Dies wäre ohnehin ratsam für die Umgehung der Baustelle an den Hafenbrücken.

Außerdem fordert der VCD den Ausbau der Parkraumbewirtschaftung nach dem Beispiel anderer Großstädte (z.B. Basel und Wien): Wer im Zentrum keinen Parkplatz hat, fährt gar nicht erst mit dem Auto hinein.„Statt heutzutage noch Millionen in einem Straßentunnel zu versenken, müssten dringend ÖPNV und Fahrradinfrastruktur ausgebaut werden“, fordert Söder und hofft auf eine „göttliche Eingebung“ für seinen Namensvetter und künftigen Ministerpräsidenten. Für den innerstädtischen Bereich zwischen Gostenhof, St. Leonhard und Steinbühl ergeben sich Gestaltungsmöglichkeiten, wie sie beispielhaft von den Studierenden der TH Nürnberg entwickelt wurden. Nähere Informationen dazu auf www.stattautobahn.de

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